398 Views
image_print

Pressemeldung des TSV Abensberg vom 06.03.2019  zum Start der Bundesligasaison 2019

gez. Martin Oberndorfer, Abteilungsleiter TSV Abensberg / Judo

 

Betrachtung der Judo Bundesliga nach 40 jähriger Mitgliedschaft des TSV Abensberg in der Deutschen Bundesliga

Bundesligastart 2019 am 16. März, 17.00 in der Josef Stanglmeier Halle, TSV Abensberg: Judoclub Erlangen

 

Es scheint erneut ein Schicksalsjahr für die Bundesliga des Deutschen Judo Bundes zu werden. Reihenweise Liga-Austritte bei Männern und Frauen in den letzten Jahren, eröffneten viele Fragen über den Nutzen einer Zusammenarbeit der Vereine mit seinem Spitzenverband, der als Eigentümer der Liga agiert und den Vereinen unter anderem keine selbständige mediale Vermarktung erlaubt.

 

Eine große Bundesligareform und die Abschaffung der Regionalliga vor 3 Jahren, sollte dazu beitragen, die ehemals als beste Liga der Welt geltende „Deutsche Judo Bundesliga“ wieder in ruhiges Fahrwasser zu geleiten. Bereitwillig machten die Vereine jeden Schritt den der nationale Verband vorschlug mit. Der Verband versprach seinerseits auf die Vereine zuzugehen. Terminabsprachen zwischen Nationalmannschaft und Bundesligaterminen sollten koordiniert und verbessert werden. Nicht vorhandene Vermarktungsmöglichkeiten sollten geschaffen werden.

Mit einer versprochenen Transparenz über die Einnahmen der vom DJB verkauften TV Rechte, wohlgemerkt ohne Sendeverpflichtung, motivierte man den damals neu gewählten, jungen und ambitionierten Bundesligareferenten (Vertreter der Vereine) Johannes Karsch, welcher bereit war, seine ganze Kraft in eine rosigere Zukunft der deutschen Bundesliga zu investieren.

 

Das Ergebnis nach einem Jahr: Johannes Karsch wurde nach dem Kundtun seiner Meinung am DJB System aus diesem Amt verabschiedet.

Von den vier Finalteilnehmern zogen sich mit Holle und dem mehrfachen deutschen Meister TSV Großhadern erneut zwei Topvereine zurück, weil die Judobundesliga für sie nicht mehr finanzierbar war. Als weitere Überraschung kündigte am Ende der letzten Saison der Hauptsponsor des 3-fachen Deutschen Meisters Hamburg seine Zusammenarbeit auf. Diese stehen nun laut eigenen Meldungen ohne Sponsor da und besinnen sich auf kämpferische Durchhalteparolen und die berühmte „Jetzt erst recht Reaktion“. Es sieht eher nach einem „Scherbenhaufen Judo Bundesliga“ aus, als nach positiven Zeichen, die eine Reform üblicherweise anstrebt.

 

Im Jahr 2014, in dem der deutsche Rekordmeister TSV Abensberg unmittelbar nach seinem 20. Titelgewinn für sich entschied, die Bundesliga aus ähnlichen Gründen zu verlassen, fand sich ein Großsponsor, der damals mit seiner finanziellen Unterstützung dem TSV Großhadern ca. 50% der aktuellen deutschen Nationalkämpfer ins Team brachte.

Der deutsche Titel für die Münchner im Jahr 2015, war dann in Abwesenheit des TSV Abensberg die logische und verdiente Konsequenz. Nach Unstimmigkeiten zwischen dem Großsponsor und der Führung des TSV Großhadern, zog dieser die Konsequenzen und wanderte mit all seinen hochdekorierten Sportlern ab nach Hamburg.

 

2016/17/18, konnten die Hamburger dank dieser Firma dreimal hintereinander ungefährdet den Titel gewinnen.

Genau an jenem Abend, an dem Hamburg letztes Jahr den dritten Titel in Folge geholt hatte, zerstritten sich die Verantwortlichen und der Großsponsor so heftig, dass dieser erneut das Weite suchte und mit all seinen Sportlern den Hamburger Judoclub verließ. Mit 3 Olympiastartern wie Dimitri Peters, Igor Wandke und Andre Breitbarth, Weltmeister Alexander Wieczerzak, dem mehrfachen Deutschen Meister Dino Pfeifer und einigen hochkarätigen ausländischen Sportlern hat er ein „wertvolles Paket“ im Gepäck, welches er nun in der Bundesliga Süd, nämlich beim KSV Esslingen parkte.

Man kann natürlich diskutieren welchen Wert ein solcher „Wanderzirkus“ für die Bundesliga hat. Man kann auch auf die Idee kommen, über den Teamgeist und den Charakter der Sportler oder scheinbares Söldnertum zu philosophieren. Letztendlich aber ist das Ansichtssache und mittlerweile gängige Praxis, wohlgemerkt aber nur in den Sportarten bei denen die Vermarktung auf der Höhe der Zeit ist. Vielleicht sind auch die Strukturen in den Vereinen die er bisher unterstützt hat nicht professionell genug gewesen. Sponsoring lebt üblicherweise auch von Gegenleistungen.

 

Wenn man tiefer geht sollte der Verband eher Respekt vor einem solchen Sponsor haben. Er steckt sein Geld in den Judosport, das er selbst nicht organisiert und ermöglicht damit Sportlern des DJB Judo als Leistungssport betreiben zu können, ohne sich sorgen zu müssen wie der tägliche Lebensunterhalt gesichert wird. Dadurch werden auch die vom Verband zu erreichenden Ziele, Medaillen bei Olympia, WM und EM realistischer und greifbarer.

 

Streng genommen deckt die „Effektivität“ eines einzigen Sponsors auf, was der Verband selbst nicht erledigt bekommt. Nämlich dass professionelles Marketing, sprich Gewinnung von Sponsoren die einzige Lösung für den finanziell schwach aufgestellten Judo Verband und vor allem für die aufopfernd trainierenden Sportler wäre. Dieser hochkarätige Sport hat es in vielen Ländern der Welt geschafft eine führende Stellung einzunehmen. Davon kann man in Deutschland nur träumen.

 

Unbeirrt durch all diese Wirren, scheint die kleine Niederbayerische Stadt Abensberg mit ihrem TSV erneut seinen geradlinigen Weg einzuschlagen.

Ausstieg Ende 2014, nach 20 Meistertiteln und 7 Europacupsiegen. Zwei Jahre lang ungeschlagen Meister der Regionalliga und zweiten Bundesliga. 2017 Aufstieg und Comeback in der ersten Liga. Gleich im ersten Jahr Finalteilnahme und 3. Platz. Darauf folgte 2018 der Vizemeister.

Genau in diesem Moment platzte nun erneut die Bombe mit Austritten aus der Liga.

Der zwölffache Deutsche Meister TSV München Großhadern, ein Begründer der Judobundesliga und die Judofreunde aus Holle, ebenfalls Finalteilnehmer 2018 meldeten sich aus der höchsten Liga des DJB ab. Das einzig Ermutigende an der Sache aus Sicht des TSV Abensberg ist, dass  die Abensberger das Team mit einigen Münchner Sportlern ergänzen konnten und so für das Jahr 2019 ganz gut gerüstet sind.

 

Wenn am 16. März um 17.00 der TSV Abensberg als letzter Dinosaurier der Judobundesliga zu Hause gegen Erlangen in die Saisonstartet, geht der deutsche Rekordmeister in seine 40!! Bundesligasaison.

Man spürt derzeit auf Seiten der Babonen trotz allen Unwägbarkeiten in der Liga eine Aufbruchsstimmung, die vielleicht in einer neuen Ära enden könnte. 

 

Abteilungsleiter Martin Oberndorfer zum Saisonauftakt kommende Woche:

 

„Es ist seit Generationen der Charakter des TSV Abensberg auf Verbesserungsmöglichkeiten beim DJB hinzuweisen, seine Meinung aufrecht zu vertreten, sich nicht zu verbiegen und das zu tun was man selbst für richtig hält.

Wir haben mit dem DJB aber immer ein Einvernehmen gefunden, das wird sicher auch in Zukunft so sein, wenn gleich es oft müßig ist.

 

Sportfachlich brachten wir immer Leistung, das wird ab sofort auch wieder so sein, wie man an den Erfolgen der U18 Truppe von Trainer Peter Dremow sieht.

3 Medaillen bei der Deutschen Jugend Meisterschaft am vergangenen Wochenende zeigen dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Unserem eigenen Nachwuchs den TSV Abensberg so zu erhalten wie sie ihn über Jahrzehnte gewohnt sind, ist unser oberstes Ziel.

 

Deshalb haben wir uns neu aufgestellt, von Leuten getrennt, denen das „Abensberger Gen“ gefehlt hat. Selbstdarsteller die sich, wie in der jüngsten Vergangenheit geschehen, mit dem geleisteten Anderer brüsten,

ohne selbst einen brauchbaren Beitrag zu leisten soll es bei uns künftig nicht mehr geben.

 

Wir wollen heuer wieder am Europacup teilnehmen und uns um das Bundesligafinale in Abensberg bewerben, weil wir das unseren Fans, Unterstützern und der langen Tradition schulden“.

Außerdem freuen wir uns auf Gegner mit der Qualität der „neuen Esslinger“ und nehmen die Herausforderung sportlich an“.

 

 Dies ließ der neue Abteilungsleiter Martin Oberndorfer unmissverständlich wissen. Der Kurs des TSV Abensberg ist somit erfreulicherweise wieder auf Angriff ausgerichtet

 

gez.

Martin Oberndorfer

TSV Abensberg Abt. Judo

Abteilungsleiter

In mehr als 55 Jahren ist die Judoabteilung aus der wenig bekannten niederbayerischen Stadt Abensberg zu internationaler Bekanntheit gekommen. Wer heute die Judoabteilung bildet, was wir zu bieten haben und wie wir wurden, was wir sind und wer uns dabei zur Weite steht, ist in diesem Bereich zu finden.