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Vorentscheidung für Meisterschaft in der Bundesliga Süd fällt in Speyer.
Wird der Bundestrainer unfreiwillig zum Meistermacher?
Schon ein Blick auf die derzeit aktuelle Tabelle der Judobundesliga zeigt, welch ein Verwirrspiel die Judobundesliga 2019 darstellt.
Nach sechs Kampftagen findet man in der Tabelle Vereine mit 3 absolvierten Kämpfen und andere mit 6 vollzogenen Kämpfen. Während Esslingen mit 4 gewonnen Kämpfen und 8 Punkten souverän Tabellenführer ist, folgt den Württembergern der JC Speyer mit 5 Kämpfen und 7 Punkten auf Platz 2.
Platz 3 belegt der TSV Abensberg mit 3 Kämpfen und 6 Punkten, während Rüsselsheim mit 6 Kämpfen und ebenfalls 6 Punkten auf Rang vier folgt. Nun kommt Kampftag Nr. 7. Kampftag 8 findet dann in mehr als 4 Monaten statt. Ein außenstehender Beobachter erkennt hier sicher keinen sportlichen Wert und findet diese Strukturen erklärbar.

Klare Prämisse für den deutschen Rekordmeister am kommenden Samstag beim Tabellenzweiten zu gewinnen, wenn möglich sehr hoch, denn nur so kann man noch zum KSV Esslingen aufschließen. In Zahlen heißt dies, man muss derzeit 12 Einzel-Siegpunkte zum Tabellenführer aufholen, um bei Gleichheit der gewonnenen Begegnungen von dem direkten Duell am 8. Kampftag (21. September) in eigener Halle zumindest mit einem egalisierten Rückstand angreifen zu können.
Da letztendlich jeder einzelne Siegpunkt darüber entscheidet ob man nun Südmeister wird und im Halbfinale auf den vermeintlich leichteren Gegner trifft, kommt den Entscheidungen des Bundestrainers, Nationalkämpfer für Kampftage zu sperren oder nicht eine maßgebliche Bedeutung zu.
Man kann natürlich nachvollziehen dass man EM nominierte Sportler eine Woche vor der Europameisterschaft nicht in der Liga kämpfen sehen will, überhaupt keine Frage. Man kann andererseits aber nicht nachvollziehen, dass man von Seiten des DJB, der den Terminplan mit dem Bundestrainer erstellt, einen Bundesligatermin festlegt, der eine Woche vor der EM stattfindet.
So trifft den TSV Abensberg nun schon wieder die Sperre aller Nationalkämpfer, die in zwei Wochen bei der Europameisterschaften in Minsk an den Start gehen. Mit Blick auf die Punktesituation in der derzeitigen Tabelle, kann man hier nicht mehr von gleichen Bedingungen für alle Vereine sprechen. Im Gegenteil, es werden diejenigen bestraft die genau diese Leistungsträger im DJB hervorbringen bzw. unterstützen. Wenn sich Sponsoren reihenweise zurückziehen muss man sich nicht wundern.
Wenn man nach Erklärungen sucht, warum sich jedes Jahr mehr Vereine von dieser Liga abmelden, so findet man hier sicherlich einen nachvollziehbaren Grund, denn das ist nicht mehr vermittelbar.
Da man beim TSV Abensberg jahrzehntelang damit konfrontiert ist, entstand aus solchen Situationen häufig eine „jetzt erst Recht“ Reaktion.
Beim Judoclub Speyer ist man mit derartigen Problemen nur am Rande belastet. Nichts desto trotz sieht man beim frischgebackenen Tabellenzweiten eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung. Nach Auf- und Abstieg konnte man sich die letzten beiden Jahre stabilisieren und ein sehr schlagkräftiges Team auf die Beine stellen. „Wir ziehen den Hut vor der sportlichen Entwicklung in Speyer“ so der Abensberger Abteilungsleiter Martin Oberndorfer, der in den Domstädtern eine neue Größe in der Judobundesliga heranwachsen sieht.
Nach Auswärtssiegen in Leipzig und Offenbach, sowie zu Hause gegen Erlangen und einem Remis gegen Rüsselheim steht nur eine Niederlage gegen Meisterschaftsfavorit Esslingen zu Buche. Vollkommen verdient rangieren sie auf dem zweiten Tabellenplatz der Liga, was nach Stand heute die Berechtigung zu Finalteilnahme bedeutet.
Für den TSV Abensberg, der ja noch gegen Tabellenführer Esslingen antreten muss heißt dies klar und deutlich, dass man nur mit einem Sieg in Speyer die Finalteilnahme erreichen kann. Dass alle EM Starter wie Karl Richard Frey oder Sebastian Seidl dem TSV hier weiterhelfen könnten ist selbstredend aber leider nicht möglich.
Nun muss man natürlich mit dem verbleibenden Team versuchen nicht nur zu gewinnen, sondern auch alles daransetzen die 12 Siegpunkte Rückstand gegen Esslingen zu reduzieren. Es wird eine spannende Begegnung mit offenem Ausgang. Da bleibt nicht mehr viel Spielraum Nachwuchskämpfern risikofreie Einsätze zu ermöglichen.
Das Team der Abensberg reist wie folgt nach Speyer
-60 kg Daniel Scheller, Max Heyder
-66 kg Phillip Graf und Manuel Scheibel
-73 kg David Krämer und Lukas Vennekold
-81 kg Julian Kolein und Zebeda Rekiashvilly, Timo Cavelius
-90 kg Mark Odenthal,
-100 kg fehlt ein Sportler
+ 100kg Simon Glockner.
Johannes Frey ist verletzt an der Hand und entscheidet erst unter der Woche ob er kämpfen kann.

Gez.
Martin Oberndorfer,
Abteilungsleiter TSV Abensberg Judo

 

In mehr als 55 Jahren ist die Judoabteilung aus der wenig bekannten niederbayerischen Stadt Abensberg zu internationaler Bekanntheit gekommen. Wer heute die Judoabteilung bildet, was wir zu bieten haben und wie wir wurden, was wir sind und wer uns dabei zur Weite steht, ist in diesem Bereich zu finden.